
Ein internationales Team hat in der Westantarktis – rund 700 Kilometer von der nächsten Forschungsstation entfernt – den bisher längsten Sedimentkern (228 m) unter einem aufliegenden Abschnitt des Ross-Schelfeises erbohrt. Die gewonnenen Proben werden Erkenntnisse über das Abschmelzen des westantarktischen Eisschildes bis vor etwa 23 Millionen Jahren liefern und damit aus Epochen, in denen die Erde wärmer und CO₂-reicher war als heute. Der westantarktische Eisschild enthält genug Eis, um den globalen Meeresspiegel bis zu fünf Meter ansteigen zu lassen. Mehrere deutsche Institute sind an dem Projekt SWAIS2C beteiligt, ein deutscher Wissenschaftler war bei der Bohrung im Eis dabei.

Zu Beginn des Jahres 2026 wechselte Dr. Sebastian Kreutzer mit seiner von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Arbeitsgruppe an das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik. Mit seiner Expertise in lumineszenzbasierten Datierungsmethoden und Geo-Data-Science wird er die geophysikalische Forschung am LIAG in der Weiterentwicklung von Datierungsmethoden und datenwissenschaftlichen Ansätzen verstärken.

Schulenburg bei Pattensen (Region Hannover) liegt bekanntlich an der Leine. Dass es aber vor rund 200 Millionen Jahren am oder im Meer gelegen hätte, ist weniger bekannt und Inhalt einer geologischen Untersuchung, die jetzt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) vornimmt. Eine Bohrung soll 350 Meter in die Tiefe gehen. Einen Teil der Bohrlochgeophysik führen LIAG-Forschende durch.

Das SeeKaquA-Projektteam hat seinen ersten Meilenstein erfolgreich erreicht: Die Forschenden führten eine kombinierte geophysikalische Mess- und hydrogeologische Probenahmekampagne im Cuvelai–Etosha-Becken im Norden Namibias, das zur westlichen Kalahari-Region gehört, durch. Ziel war es, tiefe Grundwasserressourcen zu erkunden, Übergangszonen von Süß- zu Salzwasser zu untersuchen sowie gestauchte Aquifersysteme an mehreren Standorten rund um die Stadt Okongo zu erfassen.
Das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik hat die großflächigen seismischen Feldarbeiten im Forschungsprojekt GeoMetEr in der Samtgemeinde Harsefeld abgeschlossen. Nach 2D-Profilen im Frühjahr und einer flächenhaften 3D-Messkampagne im Herbst gehen die Datensätze nun in die Auswertung. Im Oktober gab es bereits weitere luftgestützten geophysikalischen Messungen durch eine Hubschrauber-Befliegung. GeoMetEr zielt darauf, geophysikalische Mess- und Auswerteverfahren weiterzuentwickeln, damit sich geologische Strukturen im Untergrund künftig hochaufgelöster und verlässlicher abbilden lassen.

Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung: Erstmals zeigt eine bundesweit einheitliche Geothermie-Karte, wo die Nutzung oberflächennaher Erdwärme durch Erdwärmesonden möglich ist – und wo nicht. Die interaktive Karte wurde im Forschungsprojekt WärmeGut unter Leitung des LIAG in Hannover mit der Georg-August-Universität Göttingen (UGOE) und der Firma geoENERGIE Konzept GmbH aus Freiberg in Zusammenarbeit mit allen 16 geologischen Landesdiensten entwickelt.

Mit zwei verschiedenen Datierungsmethoden zeigen Forschende des LIAG, der Friedrich-Schiller Universität Jena und der Universität Tübingen, dass große Störungssysteme in den Ostalpen im Pleistozän seismisch aktiv waren. Die Studie erschien im Journal Tectonics. Im Eos-Magazin der American Geophysical Union wurde sie als Editor's Highlight ausgezeichnet.