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Pressemitteilung

Geophysik im Landkreis Stade: Messungen für 3D-Seismik im Forschungsprojekt GeoMetEr abgeschlossen

Das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik hat die großflächigen seismischen Feldarbeiten im Forschungsprojekt GeoMetEr in der Samtgemeinde Harsefeld abgeschlossen. Nach 2D-Profilen im Frühjahr und einer flächenhaften 3D-Messkampagne im Herbst gehen die Datensätze nun in die Auswertung. Im Oktober gab es bereits weitere luftgestützten geophysikalischen Messungen durch eine Hubschrauber-Befliegung. GeoMetEr zielt darauf, geophysikalische Mess- und Auswerteverfahren weiterzuentwickeln, damit sich geologische Strukturen im Untergrund künftig hochaufgelöster und verlässlicher abbilden lassen.

Der Vibro-Truck des LIAG in Harsefeld. Quelle: LIAG.

Der Vibro-Truck des LIAG nahe Harsefeld. Quelle: LIAG.

Trotz des großen Arbeitsaufwandes vor Ort setzte sich das Forschungsteam auch für den Wissenstransfer an Studierende der Universität Hamburg ein und zeigte ihnen Geophysik in der Praxis.

Trotz des großen Arbeitsaufwandes vor Ort setzte sich das Forschungsteam auch für den Wissenstransfer an Studierende der Universität Hamburg ein und zeigte ihnen Geophysik in der Praxis. Quelle: LIAG.

Festgefahren: Die Witterungsbedingungen sind eine Herausforderung für die Forschung. Quelle: LIAG.

Festgefahren: Die Witterungsbedingungen sind eine Herausforderung für die Forschung. Quelle: LIAG.

Bei Wind und Wetter: Bisher größte 3D-Seismik der LIAG-Forschenden

Im Frühjahr hatte das LIAG-Forschungsteam südlich von Klein Hollenbeck zwei seismische 2D-Profile gemessen. Vibrationstrucks des LIAG brachten mittels einer Bodenplatte den Untergrund zum Schwingen. Am Wegesrand gesteckte Geophone empfingen die Signale der ausgesendeten elastischen Wellen, die je nach Geologie im Untergrund an unterschiedlichen Gesteinsschichten reflektieren.

Im Oktober bis November folgte für gut vier Wochen dann die 3D-Seismik. Nördlich von Hollenbeck befuhr das Team ein rund 300.000 m² großes Gebiet. Ein enges Raster an Empfängern für die seismischen Wellen und die Anwendung verschiedener Vibrationstechniken – Kompressionswellen und Scherwellen-Seismik – hatten eine hochaufgelöste Abbildung bis in rund 600 Meter Tiefe zum Ziel.

„Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse“, sagt Prof. Dr. Gerald Gabriel, Leiter der Geophysikalischen Erkundung am LIAG, der das Projekt GeoMetEr wissenschaftlich verantwortet. „Es war die bisher größte 3D-Messkampagne an unserem Institut, die wir mit eigenem Personal durchgeführt haben. Gleichzeitig war es jedoch auch eine, die besonders herausfordernde Bedingungen mit sich brachte: teilweise starker Regen erschwerte eine gute Ankopplung unserer seismischen Quellen an den Boden und auch die weite Verteilung der Anregungsenergie im Untergrund. Wir hoffen dennoch auf gute Datenqualität.“ Sehr gut verlief die Zusammenarbeit mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Pächtern der genutzten Flächen.

Wie geht es weiter?

Im Oktober ergänzten durch die Projektpartner durchgeführte luftgestützte magnetische und elektromagnetische Messungen per Hubschrauber die Datengrundlage um Leitfähigkeitsinformationen. Alle Datensätze werden nun bearbeitet und analysiert. Im Frühjahr 2026 sind weitere Messungen mit Drohnen geplant, die noch einmal kleinräumig und hochaufgelöst die per Hubschrauber gewonnenen Daten ergänzen sollen. Eventuell folgt auch noch eine weitere Seismik-Messung auf wenigen Profilen. Anschließend führt die Forschungsgruppe alle Ergebnisse in einem komplexen Auswerteverfahren zusammen, um ein schlüssiges 3D-Modell des Deckgebirges über dem Salzstock Harsefeld zu erstellen. Zur Verifizierung der Ergebnisse ist zudem eine Forschungsbohrung geplant.
„Hochkomplex wird es in der Auswertung, wenn Daten verschiedener geophysikalischer Methoden zusammengeführt werden“, so Gabriel. „Doch erst so entsteht ein Untergrundabbild, das die wichtigen Eigenschaften der Gesteine und damit deren Eignung für bestimmte Nutzungspotenziale genauer aufzeigen kann.“


Hintergrundinformationen

Das LIAG ist eine unabhängige, eigenständige Forschungseinrichtung mit Sitz in Hannover. Sie leitet zusammen mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg das Forschungsprojekt GeoMetEr. Weitere Partnerorganisationen sind die Universität Münster, das Leibniz-IPHT, DMT GmbH & Co. KG, Terratec geophysical services GmbH & Co. KG, Supracon AG, Solexperts AG und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Gefördert wird die Forschung von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE): Harsefeld dient dabei als eine von zwei Forschungsregionen für die Methodenentwicklung zur verbesserten Abbildung des Deckgebirges über einem Wirtsgestein – hier exemplarisch der Salzstock Harsefeld. Die Samtgemeinde Harsefeld ist als Standort für die Endlagersuche bereits ausgeschlossen; die Arbeiten dienen ausschließlich der Forschung.

Weitere Informationen: www.liag-institut.de/geometer 

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Greta Clasen
Tel.: 0511 643 2066