Eine internationale Forschungsgruppe aus Rumänien, Österreich und Deutschland (LIAG, Dr. Christian Zeeden) versuchte Ende Oktober mit ihrer Probennahme in archäologischen Stätten in Nordost-Rumänien an der Grenze zur Ukraine und Moldawien Antworten über die Frage zu finden, warum und wie moderne Menschen in der Umgebung während der kältesten Phase der letzten vergangenen kältesten Eiszeit – vor ca. 30,000 - 15,000 Jahren – überleben konnten. Am LIAG werden in der Außenstelle Grubenhagen die magnetischen Eigenschaften der geologischen Schichten, die archäologische Funde umgeben, analysiert und dadurch die Sedimentologie und Paläoumwelt bewertet.
Permafrost hat einen starken Einfluss auf die kurzfristige- (saisonale) und langfristige (Jahrtausende) Stabilität und Dynamik der Landschaft. Während des letzten glazialen Maximums hatten sich zwei Jäger- und Sammlerpopulationen in West- und Ostmitteleuropa an deutlich unterschiedliche Umweltbedingungen angepasst. Die westliche Population mied Permafrostbedingungen, während die östliche Population diese bevorzugte. Das Leben unter Permafrostbedingungen beeinflusst möglicherweise viele strukturelle Eigenschaften einer Jäger- und Sammlergesellschaft, wie z. B. die Subsistenzstrategie und damit auch die Anzahl und Dichte der Menschen in einer bestimmten Region.
In einem neuen Projekt werden wir neue Erkenntnisse über die komplexen Beziehungen zwischen paläolithischen Jäger- und Sammlergesellschaften und Permafrostumgebungen gewinnen, indem wir hochauflösende Analysen der Umweltbedingungen, der Mobilität und Ökologie von Menschen und Tieren sowie der Dynamik sozialer Netzwerke auf verschiedenen regionalen bis europäischen Ebenen durchführen. Diese Arbeit wird archäologische Besiedlung und Löss-Eigenschaften miteinander verknüpfen.

