Logo LIAG
Home / Forschung / Projekte / Drittmittelprojekte / SWAIS2C 

SWAIS2C

Forschung in der Antarktis

Das Ziel des Projektes SWAIS2C („Sensitivity of the West Antarctic Ice Sheet to 2°C“ – Empfindlichkeit des westantarktischen Eisschildes gegenüber 2 °C) ist es, über Forschungsbohrungen in die Sedimente unter dem Ross-Schelfeis einen Temperatur-Kipppunkt des westantarktischen Eisschilds anhand der Analyse von Sedimenten und Gesteinen bei einer sich erwärmenden Erde festzustellen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von Forschenden aus zehn Ländern – Neuseeland, USA, Deutschland, Australien, Italien, Japan, Spanien, Republik Korea, Niederlande und dem Vereinigten Königreich – mit mehr als 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Aus Deutschland sind Forschende vom LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover), von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR, Hannover), vom Alfred-Wegener-Institut (AWI, Bremerhaven) und von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU, Kiel) beteiligt. Das LIAG verantwortet die Bohrlochgeophysik im Projekt.

Eisschild-Schmelze als Risikofaktor für den Meeresspiegelanstieg

Der westantarktische Eisschild enthält genug Eis, um den globalen Meeresspiegel um vier bis fünf Meter ansteigen zu lassen, falls er vollständig abschmilzt. An einer Seite wird er vom Ross-Schelfeis gestützt – der größten schwimmenden Eismasse der Welt. Dieses wirkt wie ein Stützpfeiler und bremst den Abfluss von Gletschern und Eisströmen in Richtung Ozean. Mit der fortschreitenden Erwärmung gilt das Ross-Schelfeis als zunehmend verwundbar. Unklar ist jedoch, bei welcher globalen Temperaturerhöhung ein unaufhaltsames Abschmelzen des Schelfeises und damit der Verlust des westantarktischen Eisschildes ausgelöst wird.

Forschungsteam mehrere Wochen mitten im Eis – ein deutscher Wissenschaftler

An zwei Standorten wurde versucht, mit Bohrungen in das Ross-Schelfeis Sedimente zu gewinnen und im Bohrloch zu messen.

  • KIS3
  • Crary Ice Rise

Der Crary Ice Rise ist ein sogenannter „Pinning-Point“ für das Ross-Schelfeis – ein Bereich, in dem der Meeresboden unter dem schwimmenden Schelfeis angehoben ist und die Basis des Eises berührt. Dadurch wird das Schelfeis gewissermaßen am Untergrund verankert und der Abfluss des Eises vom Kontinent weg gebremst. Die Sediment- und Gesteinsschichten bilden eine relative junge Vergangenheit ab, gleichzeitig werden aber auch bis zu 23 Millionen Jahre alte Schichten erwartet – das Projekt bohrte erfolgreich in der Saison in 200 Meter Tiefe unter dem Eis. Anschließend war es möglich, mit Gamma-Ray zu loggen.

 

Bohrlochgeophysik am LIAG in dem Projekt

Text ergänzen

 

Durch die Sedimentkernanalysen und die Messungen im Bohrloch entsteht ein räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Bild von den geologischen Ablagerungen und den damaligen Umweltbedingungen. Im Projekt wird als interdisziplinäres Team gearbeitet, um besser zu verstehen, welche Zukunft den 680 Millionen Menschen an den tiefliegenden Küsten dieser Welt bevorstehen könnte.

Team

Projektleitung

Dr. Arne Ulfers

Projektgruppe

 

Förderung