Forschende am LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) entwickeln die geophysikalische Methode Semi-Airborne-Elektromagnetik nicht nur weiter, sondern setzten sie bereits praktisch ein. Im vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten deutsch-afrikanischen Projekt SeeKaquA erkundet das LIAG gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern tiefe Grundwassersysteme in Namibia und Sambia. Gleichzeitig geben die Forschenden ihre Erfahrungen aus Messkampagnen, Datenprozessierung und Auswertung gezielt an terratec Geophysical Services (terratec) weiter, damit die Methode künftig breiter industriell genutzt werden kann.
In Deutschland steigt der Bedarf an strategischen Rohstoffen deutlich. Im neuen Verbundprojekt DESMEX-MinD entwickeln Forschende des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) gemeinsam mit den Universitäten in Münster und Freiberg, dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT, Jena), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR, Hannover), dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG, Hannover) und Industriepartnern innovative Technologien und kombinierte Verfahren zur Erkundung von Erzlagerstätten weiter. Im Fokus stehen dabei die Bergbauregionen Erzgebirge und Oberharz.

Ein internationales Team hat in der Westantarktis – rund 700 Kilometer von der nächsten Forschungsstation entfernt – den bisher längsten Sedimentkern (228 m) unter einem aufliegenden Abschnitt des Ross-Schelfeises erbohrt. Die gewonnenen Proben werden Erkenntnisse über das Abschmelzen des westantarktischen Eisschildes bis vor etwa 23 Millionen Jahren liefern und damit aus Epochen, in denen die Erde wärmer und CO₂-reicher war als heute. Der westantarktische Eisschild enthält genug Eis, um den globalen Meeresspiegel bis zu fünf Meter ansteigen zu lassen. Mehrere deutsche Institute sind an dem Projekt SWAIS2C beteiligt, ein deutscher Wissenschaftler war bei der Bohrung im Eis dabei.
Dass an der Nordseeküste nicht nur rauer Wind weht, sondern sich auch tief im Boden komplexe Vorgänge abspielen, beweist der neue Kriminalroman „Marconi und die schweigenden Lämmer“ von Daniele Palu (ET: 17.04.2026, Rowohlt Taschenbuch Verlag). Um die naturräumlichen Besonderheiten der Region rund um St. Peter-Ording so authentisch wie möglich zu schildern, holte sich der True-Crime-Experte und Journalist wissenschaftliche Unterstützung beim LIAG in Hannover. Denn hier kann Geophysik helfen, Vorgänge im Untergrund aufzuklären.
Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG) zeichnet Dr. Wiebke Mörbe bei der 86. Jahrestagung in Münster mit dem Günther-Bock-Preis aus. Gewürdigt wird ihre 2024 veröffentlichte Arbeit zur großskaligen dreidimensionalen Inversion semi-airborne elektromagnetischer Daten – mit Relevanz für die Graphitexploration in Deutschland und damit für kritische Rohstoffe im Kontext der Energiewende.

Neue Impulse in den Geowissenschaften schaffen: Erneut zeigte das nunmehr 3. Forschungskolloquium des Forschungszentrum FZ:GEO der Leibniz Universität Hannover (LUH) mit den Kooperationspartnern LIAG-Institut für Angewandte Geophysik, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am 14. April 2026, wie wichtig die enge Vernetzung in den Geowissenschaften ist.

Zu Beginn des Jahres 2026 wechselte Dr. Sebastian Kreutzer mit seiner von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Arbeitsgruppe an das LIAG-Institut für Angewandte Geophysik. Mit seiner Expertise in lumineszenzbasierten Datierungsmethoden und Geo-Data-Science wird er die geophysikalische Forschung am LIAG in der Weiterentwicklung von Datierungsmethoden und datenwissenschaftlichen Ansätzen verstärken.