Wie können Regionen ihre Wasser- und Bodenressourcen besser an die Folgen des Klimawandels anpassen? Nach vier Jahren Forschung zieht das vom LIAG-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover geleitete europäische Verbundprojekt Blue Transition Bilanz. Der Abschlussbericht bündelt die Ergebnisse aus 16 Pilotregionen in sechs Ländern und zeigt drei zentrale Stellschrauben auf: Landnutzung verändern, Bodengesundheit verbessern sowie Wasserressourcen diversifizieren und ihre Nutzung optimieren.

Natürlicher Wasserstoff gilt als mögliche kohlenstoffarme Energiequelle. Doch wie viel davon entsteht im Untergrund – und wie schnell? Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover veröffentlichte im Fachjournal „Nature Communications“ erstmals prozessbasierte Zahlen für die westlichen Pyrenäen und Nordkalifornien. Dort liegen die berechneten Produktionsraten nun unter früheren theoretischen Schätzungen. Die Methode der Studie verspricht damit realistischere Bestimmungen. Sie lässt sich mit dem Open-Source-Tool PoNHy auf weitere Regionen übertragen, um das Potenzial geologischer Systeme gezielter zu identifizieren und zu bewerten.
In Deutschland steigt der Bedarf an strategischen Rohstoffen deutlich. Im neuen Verbundprojekt DESMEX-MinD entwickeln Forschende des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) gemeinsam mit den Universitäten in Münster und Freiberg, dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT, Jena), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR, Hannover), dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG, Hannover) und Industriepartnern innovative Technologien und kombinierte Verfahren zur Erkundung von Erzlagerstätten weiter. Im Fokus stehen dabei die Bergbauregionen Erzgebirge und Oberharz.
Forschende am LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) entwickeln die geophysikalische Methode Semi-Airborne-Elektromagnetik nicht nur weiter, sondern setzten sie bereits praktisch ein. Im vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten deutsch-afrikanischen Projekt SeeKaquA erkundet das LIAG gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern tiefe Grundwassersysteme in Namibia und Sambia. Gleichzeitig geben die Forschenden ihre Erfahrungen aus Messkampagnen, Datenprozessierung und Auswertung gezielt an terratec Geophysical Services (terratec) weiter, damit die Methode künftig breiter industriell genutzt werden kann.

Ein internationales Team hat in der Westantarktis – rund 700 Kilometer von der nächsten Forschungsstation entfernt – den bisher längsten Sedimentkern (228 m) unter einem aufliegenden Abschnitt des Ross-Schelfeises erbohrt. Die gewonnenen Proben werden Erkenntnisse über das Abschmelzen des westantarktischen Eisschildes bis vor etwa 23 Millionen Jahren liefern und damit aus Epochen, in denen die Erde wärmer und CO₂-reicher war als heute. Der westantarktische Eisschild enthält genug Eis, um den globalen Meeresspiegel bis zu fünf Meter ansteigen zu lassen. Mehrere deutsche Institute sind an dem Projekt SWAIS2C beteiligt, ein deutscher Wissenschaftler war bei der Bohrung im Eis dabei.
Dass an der Nordseeküste nicht nur rauer Wind weht, sondern sich auch tief im Boden komplexe Vorgänge abspielen, beweist der neue Kriminalroman „Marconi und die schweigenden Lämmer“ von Daniele Palu (ET: 17.04.2026, Rowohlt Taschenbuch Verlag). Um die naturräumlichen Besonderheiten der Region rund um St. Peter-Ording so authentisch wie möglich zu schildern, holte sich der True-Crime-Experte und Journalist wissenschaftliche Unterstützung beim LIAG in Hannover. Denn hier kann Geophysik helfen, Vorgänge im Untergrund aufzuklären.

Die 17. Norddeutsche Geothermietagung bringt Fachpersonen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen im Geozentrum Hannover zusammen: Als Technologie ist die Geothermie für die Wärmewende in Deutschland ein unverzichtbarer Baustein. Doch wie kann insbesondere die Erdwärmenutzung aus größeren Tiefen noch stärker für die lokale Versorgung genutzt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich zwei Tage lang rund 150 Fachleute bei der 17. Norddeutschen Geothermietagung im Geozentrum Hannover. Das LIAG ist Mitveranstalter der Tagung.