Neue Impulse in den Geowissenschaften schaffen: Erneut zeigte das nunmehr 3. Forschungskolloquium des Forschungszentrum FZ:GEO der Leibniz Universität Hannover (LUH) mit den Kooperationspartnern LIAG-Institut für Angewandte Geophysik, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am 14. April 2026, wie wichtig die enge Vernetzung in den Geowissenschaften ist.

Die Veranstaltung im Forschungszentrum FZ:GEO an der LUH brachte über 80 Forschende aus unterschiedlichen Bereichen der Geowissenschaften zusammen und bot Raum für Austausch über aktuelle Arbeiten, gemeinsame Fragestellungen und neue Anknüpfungspunkte für Kooperationen. Für das LIAG war das Kolloquium zugleich ein sichtbares Zeichen der engen Beziehungen zur Leibniz Universität Hannover und der gewachsenen Zusammenarbeit im geowissenschaftlichen Umfeld Hannovers.
Den Auftakt des Programms machten zwei Vorträge: Prof. Dr. Ralph Watzel, Präsident der BGR, gab in seinem Vortrag einen Einblick in aktuelle geopolitische Herausforderungen und hob die durch die Krisen der jüngsten Vergangenheit gewachsene Bedeutung der Geowissenschaften hervor. Im Kontrast zu dieser globalen Einordnung erklärte Prof. Dr. Jürgen Müller, Leiter des Instituts für Erdmessung der Leibniz Universität Hannover und Sprecher des SFB TerraQ, den Teilnehmenden mehr über die relativistische und quantenbasierte Erkundung des Erdsystems.
Ergänzt wurde das Programm durch eine Postersession mit rund 40 Beiträgen. Auch das LIAG war mit mehreren Postern vertreten und zeigte dabei die thematische Breite seiner geophysikalischen Forschung – von Methodenentwicklung bis hin zu Anwendungen in den Institutsschwerpunkten Grundwassersysteme, Geogefahren und Georeservoire als Energiequelle und Energiespeicher. Des Weiteren befassten sich die Forschenden auch mit dem Lernen aus der Vergangenheit durch geophysikalische Analysen von Sedimenten für die Prognose einer Entwicklung von Erdsystemen. Beispielsweise wurden die Kartierung und Charakterisierung der aktiven Permafrostschicht auf Disko Island in Grönland mit Ground-Penetrating Radar (GPR), die Value-of-Information-Analyse von seismischen Daten und Prozessierungsmethoden zur Charakterisierung geothermischer Reservoire sowie eine infrastrukturbezogene Inversion semi-airborne elektromagnetischer Daten zur Abbildung einer Störungszone vorgestellt. Das OGER-Projekt gab zudem mit einem neuen kombinierten strukturell-geostatistischen Ansatz für die Inversion elektrischer Widerstandstomographie zur Optimierten Grundwassererkundung bei Hamburg gegeben.
Für die Wissenschaft am LIAG sind solche Formate besonders wertvoll, weil sie Forschung nicht nur sichtbar machen, sondern auch den direkten Dialog mit langjährigen Kooperationspartnern stärken. Gemeinsam mit BGR und LBEG bildet das LIAG das Geozentrum Hannover – wichtige Synergien werden so lokal für die Geowissenschaften gebündelt. Die Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover ist in vielen Bereichen eng mit dem Geozentrum verknüpft, unter anderem mit gemeinsamen Berufungen. Im Rahmen des Forschungszentrums FZ:GEO entstehen wichtige Schnittstellen zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung, die auch bei Veranstaltungen wie dem Forschungskolloquium sichtbar werden.
Das Kolloquium und die Partnerschaft mit dem FZ:GEO zeigte damit einmal mehr, wie wichtig der persönliche Austausch für die geowissenschaftliche Forschung in Hannover ist: als Ort für neue Kontakte, für fachliche Diskussionen und für die Sichtbarkeit gemeinsamer wissenschaftlicher Stärke in der Region.