Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft (DGG) zeichnet Dr. Wiebke Mörbe bei der 86. Jahrestagung in Münster mit dem Günther-Bock-Preis aus. Gewürdigt wird ihre 2024 veröffentlichte Arbeit zur großskaligen dreidimensionalen Inversion semi-airborne elektromagnetischer Daten – mit Relevanz für die Graphitexploration in Deutschland und damit für kritische Rohstoffe im Kontext der Energiewende.

Mit ihrer Arbeit zur großskaligen dreidimensionalen Inversion semi-airborne elektromagnetischer (SAEM) Daten hat Dr. Wiebke Mörbe eine wissenschaftlich herausragende Leistung vorgelegt, die nach Einschätzung der DGG in Methodik, Datenumfang und inhaltlicher Tiefe Maßstäbe setzt. Im Zentrum steht die erstmalige vollständige 3D-Inversion eines sehr umfangreichen SAEM-Datensatzes. Besonders hervorgehoben wird zudem, dass in den 3D-Inversionsmodellen Induzierte-Polarisation-(IP-)Effekte überzeugend abgeschätzt wurden – ein entscheidender Aspekt, um graphitreiche Einheiten zuverlässig abzubilden und das Potenzial moderner elektromagnetischer Verfahren sichtbar zu machen.
Die ausgezeichnete Arbeit bezieht sich auf die 2024 veröffentlichte Publikation:
MÖRBE, W., YOGESHWAR, P., TEZKAN, B., KOTOWSKI, P., THIEDE, A., STEUER, A., ROCHLITZ, R., GÜNTHER, T., BRAUCH, K. & BECKEN, M. (2024): Large-scale 3D inversion of semi-airborne electromagnetic data — Topography and induced polarization effects in a graphite exploration scenario. - Geophysics, 89(5): B339-B352. https://doi.org/10.1190/geo2023-0471.1
Sie entstand im Rahmen des Projekts DESMEX II in Dr. Wiebke Mörbes Postdoc-Zeit an der Universität Köln. Das Projekt fand bereits in Kollaboration mit dem LIAG-Institut für Angewandte Geophysik statt.
Die Arbeit kombiniert Feldmessungen, Modellierung, Inversionsmethodik und geologische Interpretation und wurde auf die Graphitlagerstätte Kropfmühl angewendet. Dr. Wiebke Mörbe war nach eigener Darstellung in allen Schritten involviert – von der Vorerkundung und den ersten Feldkampagnen über die Anpassung der Inversionsworkflows bis hin zur umfassenden Auswertung und Validierung der Ergebnisse. Die DGG würdigte dabei nicht nur technische Originalität und wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch Klarheit, Nachvollziehbarkeit und die sorgfältige Validierung.
Besonders betont wird der anwendungsbezogene Bezug zur Graphitexploration am Standort Deutschland und damit zur Sicherung kritischer Rohstoffe im Kontext der Energiewende. Damit verbindet die ausgezeichnete Arbeit methodischen Fortschritt mit gesellschaftlicher Relevanz.
Zu den zukünftigen Zielen der Wissenschaftlerin gehören:
Die Anwendung auf die Grundwasserexploration, unter anderem im Rahmen des Projekts SeeKaquA (gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt), das sich mit der Erkundung tief liegender Grundwasserleiter im südlichen Afrika beschäftigt. Erste Ergebnisse des Projekts SeeKaquA und die Drohne mit dem Messsystem sind unter anderem auf der IFAT Munich 2026 ab dem 4. Mai zu sehen.
