Geophysik und Abenteuer? Aber hallo! Im Veranstaltungsformat „Let’s GeO – mit uns auf Forschungsexpedition“ haben Forschende des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik mehr als 400 Gäste bei der Auftaktveranstaltung des Novembers der Wissenschaft 2025 auf der Bühne im Schloss Herrenhausen und über 150 Besucherinnen und Besucher in zwei Veranstaltungen im Leibnizhaus Hannover mit Einblicken in ihre Forschungsprojekte in der Antarktis und in Namibia begeistert.
Vom 5. bis 23. November 2025 lud die Initiative Wissenschaft Hannover unter dem Hashtag #knowember zu mehr als 100 Veranstaltungen ein – das LIAG war als Partner der Initiative mit dem Vortragsformat „Let’s GeO“ prominent vertreten.


Die öffentliche Auftaktveranstaltung des Novembers der Wissenschaft fand am 5. November 2025 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen unter dem Titel „Fit für die Zukunft – Forschung aus Hannover für ein gesundes Leben“ statt. Dort berichteten Forschende aus verschiedenen Einrichtungen über aktuelle Projekte – darunter auch das LIAG mit seiner Forschung in der Antarktis.
Auf der Bühne schilderten unter anderem Dr. Arne Ulfers und Thomas Grelle vom LIAG, wie Forschungsexpeditionen in die Westantarktis ablaufen, welche Rolle Bohrungen durch den Eisschild in die Sedimente spielen und warum diese Daten wichtig sind, um die Stabilität des antarktischen Eisschildes und mögliche Meeresspiegelanstiege besser zu verstehen.
Die Resonanz war groß: Über 400 Besucherinnen und Besucher verfolgten online und vor Ort die Beiträge und nutzten die Gelegenheit, im Anschluss mit den Forschenden ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss an die Eröffnung brachte das LIAG seine Forschung direkt in die Innenstadt: Im Leibnizhaus Hannover (Holzmarkt 5) wurden im Rahmen von „Let’s GeO“ zwei Abendveranstaltungen angeboten, die zusammen mehr als 150 Besucherinnen und Besucher anzogen.
Am 7. November 2025, 18:00–19:00 Uhr, nahm das LIAG das Publikum mit „auf Forschungsexpedition ins Eis der Westantarktis“. Im Mittelpunkt stand das internationale Bohrprojekt SWAIS2C, das der Frage nachgeht:
Wie stabil ist der westantarktische Eisschild, wenn es 2 °C wärmer wird?
Dr. Arne Ulfers berichtete von der Reise von der neuseeländischen Scott Base bis ins rund 1200 Kilometer entfernte Forschungscamp auf dem Ross-Schelfeis, von geplanten Bohrarbeiten und geophysikalischen Messungen durch 500 Meter Eis bis in den darunterliegenden Meeresboden sowie von Sedimentkernen als Klimaarchiv der Vergangenheit.

Am 13. November 2025, ebenfalls von 18:00–19:00 Uhr, ging es mit „Let’s GeO“ in die trockene Savannenlandschaft der Kalahari. Unter dem Titel „Auf Grundwassersuche in die Kalahari“ stellten LIAG-Forschende gemeinsam mit Partnern das Projekt SeeKaquA vor, in dem mit geophysikalischen Methoden nach tief liegenden Grundwasservorkommen gesucht wird.
Die Vorträge zeigten, wie semi-airborne und bodengestützte Messungen dazu beitragen, wasserführende Schichten, salzhaltige Zonen und Veränderungen im Untergrund zu kartieren – eine wichtige Grundlage für die Wasserversorgung in von Dürre geprägten Regionen.
Ob Antarktis oder Kalahari: In allen „Let’s GeO“-Formaten wurde deutlich, wie eng geophysikalische Forschung mit zentralen Zukunftsthemen verknüpft ist – von Klimawandel und Meeresspiegelanstieg über Grundwasserverfügbarkeit bis hin zu Geogefahren.
Gleichzeitig zeigte das Format, wie sich die Forschung des LIAG auf unsere Region Niedersachsen zurückbeziehen lässt: Erkenntnisse aus entlegenen Gebieten der Erde und geophysikalische Methodenentwicklungen helfen, Prozesse im Untergrund besser zu verstehen – auch mit Blick auf Wasserressourcen, Georeservoiren oder Risiken im eigenen Bundesland.