Das SeeKaquA-Projektteam hat seinen ersten Meilenstein erfolgreich erreicht: eine kombinierte geophysikalische Mess- und hydrogeologische Probenahmekampagne im Cuvelai–Etosha-Becken (CEB) im Norden Namibias, das zur westlichen Kalahari-Region gehört, wurde erfolgreich durchgeführt. Die Feldarbeiten fanden im August/September 2025 statt. Ziel war es, tiefe Grundwasserressourcen zu erkunden, Übergangszonen von Süß- zu Salzwasser zu untersuchen sowie gestauchte Aquifersysteme - kleinräumige, isolierte Grundwasservorkommen, die über einer undurchlässigen Schicht (z.B. Ton, Moräne) liegen - an mehreren Standorten rund um die Stadt Okongo zu erfassen.

Die internationale Forschungsgruppe umfasste 17 Teilnehmende vom LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, 2), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR, 3), der University of Namibia (UNAM, 5), der University of Zambia (UNZA, 1), terratec Namibia & Germany (4) sowie dem Ministry of Agriculture, Fisheries, Water & Land Reform (MAFWLR, 2). Während der Messkampagne gelang ein intensiver Transfer geowissenschaftlicher und technischer Kompetenzen zwischen allen beteiligten Partnern aus Unternehmen, Ministerien und Universitäten. Gleichzeitig wurden wertvolle Erfahrungen für künftige Einsätze gesammelt.
Drohnen-gestützte Geophysik für 3D-Untergrundmodelle: Semi-Airborne Elektromagnetik liefert Informationen zur elektrischen Leitfähigkeit
LIAG, UNAM, UNZA und terratec führten drohnenbasierte semi-airborne elektromagnetische Messungen sowie Referenzmessungen am Boden in drei Gebieten von jeweils mehreren Quadratkilometern durch. Die Daten werden – nach der laufenden Prozessierung – 3D-Abbildungen der elektrischen Leitfähigkeiten in der geologischen Untergrundstruktur liefern, verknüpft mit geologischen Einheiten sowie Salzkonzentrationen in den Aquiferen. Diese Informationen werden zusammen mit Bohrloch- und Wasserprobendaten zu einem verbesserten Verständnis der lokalen bis regionalen hydrogeologischen Situation in dem Becken beitragen.
Probennahmen für Hinweise auf hohe Konzentration von Spurenelementen
BGR, UNAM und MAFWLR entnahmen zudem Tiefengrundwasser aus 23 unterschiedlichen Bohrungen. Dafür kamen ein Pumpanhänger, eine Durchflusszelle zur Messung von Parametern wie pH-Wert, elektrischer Leitfähigkeit und Grundwassertemperatur sowie ein umfangreiches Set an Probengefäßen zum Einsatz. Die derzeit laufenden hydrochemischen Analysen werden die chemische Gesamtzusammensetzung sowie Isotopen- und Edelgasdaten zur Altersdatierung des Grundwassers liefern. Diese neuen Daten können wichtige Hinweise auf die bislang ungeklärte Herkunft hoher Spurenelementkonzentrationen – etwa Fluorid und Vanadium – geben.
Erhebung von Transient-Elektromagnetik- und Magnetotellurik-Daten für zweite große Messkampagne 2026
Um die neu gewonnene Dynamik aufrechtzuerhalten, erhebt ein Team der UNZA und von terratec aktuell Transient-Elektromagnetik- und Magnetotellurik-Daten am MZB. Diese liefern wertvolle Vorinformationen für die Planung der zweiten großen Messkampagne im Jahr 2026.
SeeKaquA wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des deutsch-afrikanischen WASA-Forschungsprogramms gefördert. www.liag-institut.de/seekaqua
Autorin und Autor: Sibel Gürsoy & Dr. Raphael Rochlitz