Geophysik und Abenteuer? Aber hallo! Im Veranstaltungsformat "Let's GeO" nehmen Forschende des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG) Sie mit auf ihre Expeditionen weltweit. Im Leibnizhaus Hannover zeigen sie, wie sich der Forschungsalltag unter extremen Bedingungen in der Antarktis oder auch in der Kalahari gestaltet und welchen Nutzen es hat, Grundwassersystemen und den Klima- und Landschaftsveränderungen auf den Grund zu gehen – auch für unsere Region Niedersachsen.
Wann und Wo?
Fr. 07.11.2025, 18:00 bis 19:00 Uhr,
Leibnizhaus, Holzmarkt 5, 30159 Hannover
Freier Eintritt ohne Anmeldung.
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Am 7. November geht es mitten in die Antarktis. Ein Forschungsteam sucht eine Antwort auf die Frage: Wie stabil ist der Eisschild der Westantarktis, wenn es 2°C wärmer wird? Die Eismassen der Antarktis sind vom Klimawandel bedroht. Allein das Eis der Westantarktis hätte das Potenzial, den globalen Meeresspiegel um bis zu 5 m steigen zu lassen. In dem internationalen Bohrprojekt SWAIS2C soll ein tiefes Loch durch das Eis in den Meeresboden darunter gebohrt werden. Aus den Sedimenten der Vergangenheit können Forschende Rückschlüsse auf die Zukunft der Westantarktis ziehen, denn schon vor langer Zeit gab es Perioden, in denen es deutlich wärmer war als heute. Dr. Arne Ulfers nimmt Sie mit auf die abenteuerliche Reise von der Scott-Base-Forschungsstation bis in das rund 1000 Kilometer entfernte Forschungscamp mitten ins Eis.
Im Anschluss an den Vortrag ist noch Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Forschenden.
Weitere Informationen:
www.swais2c.aq
Projektpartner:
Über 130 Personen aus rund 50 Forschungseinrichtungen aus Neuseeland, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Australien, Italien, Japan, Spanien, der Republik Korea, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich arbeiten an dem Projekt SWAIS2C mit. In Deutschland ist neben dem LIAG die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover), das Alfred-Wegener-Institut (AWI, Bremerhaven) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU, Kiel) sowie mit Fördermitteln und Unterstützung von Messsonden die FU Berlin und das GFZ in Potsdam beteiligt.
Wann und Wo?
Do. 13.11.2025, 18:00 bis 19:00 Uhr
Leibnizhaus, Holzmarkt 5, 30159 Hannover
Freier Eintritt, ohne Anmeldung.
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Am 13. November geht es in die trockene Landschaft der Savanne Kalahari. Die Frage: Wie finden wir in einer von Dürre geprägten Region zuverlässig und nachhaltig Wasser in größeren Tiefen? Im deutsch-afrikanischen Verbundprojekt SeeKaquA suchen Teams aus Namibia, Sambia und Deutschland nach Antworten – mit Geophysik, die das Unsichtbare sichtbar macht. Zum Einsatz kommt ein innovatives Messverfahren, die semi-airborne Elektromagnetik (sAEM): Wenige Stromquellen am Boden senden Signale aus, während hochempfindliche Magnetfeldsensoren per Drohne durch die Luft getragen werden. So lassen sich Strukturen im Untergrund über mehrere Quadratkilometer hinweg effizient und umweltfreundlich abbilden – bis in mehrere hundert Meter Tiefe. Das liefert eine fundierte Basis für Bohrstrategien und ein vorausschauendes, nachhaltiges Wassermanagement in Namibia und Sambia – inklusive kontinuierlichem Wissens- und Technologietransfer vor Ort. Das SeeKaquA-Team nimmt Sie mit auf die Reise vom Leben in der Unterkunft bis zum ersten Drohnenstart mit der neuen Methode hin zum täglichen Messen in einer wüstenähnlichen Umgebung – und zeigt, wie moderne Geophysik dabei hilft, tiefe Grundwasserressourcen aufzuspüren.
Gefördert wird SeeKaquA durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des deutsch-afrikanischen WASA-Forschungsprogramms.
Weitere Informationen: www.liag-institut.de/seekaqua
Im Anschluss an den Vortrag ist noch Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Forschenden.
Projektpartner:
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover), terratec Geophysical Services GmbH (Heitersheim), University of Namibia (UNAM), University of Zambia (UNZA), SADC - Groundwater Management Institute (SADC-GMI)
Das LIAG ist das in Deutschland führende unabhängige, außeruniversitäre Forschungsinstitut in der oberflächennahen Anwendung der Geophysik mit Sitz in Hannover. Mit verschiedenen geophysikalischen Methoden untersuchen Forschende seit über 75 Jahren die komplexen geologische Strukturen und Prozesse im schwer zugänglichen Untergrund. Dabei entwickeln sie die Mess- und Auswerteverfahren kontinuierlich weiter. Nur mit der Erhebung und Analyse der geophysikalischen Daten auf Forschungsmissionen lassen sich geologische Strukturen und Veränderungen erkennen, so dass wir auf der Erde wissensbasiert handeln können.

LIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Ansprechpartnerin
Greta Clasen
E-Mail: info(at)liag-institut.de
Tel.: 0511 643 2066
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jedoch gilt es frühzeitig da zu sein, die Plätze sind begrenzt. Das LIAG kann daher keinen Platz garantieren.
Die Veranstaltungen sind kostenfrei.